7. April, 18 Uhr, Johann Sebastian Bach Johannespassion

Kirchengemeinde: 
Datum: 
Sonntag, 7. April 2019 - 18:00

mit Solisten, kammerchor lohbrügge und dem Barockorchester Hamburg
Leitung; Christopher Ledlein
Karten zu 15 und 20 € sind im Vorverkauf ab 1. März in der Elefanten-Apotheke, der Buchhandlung Alte Holstenstraße, der Sachsentor-Buchhandlung und in den Kirchenbüros der Erlöser- und der Gnadenkirche, sowie an der Abendkasse erhältlich.

Johannespassion von Johann Sebastian Bach in der Erlöserkirche

„Die großartige Vertonung der Passionsgeschichte von Johann Sebastian Bach nach dem Evangelisten Johannes gehört mit ihrer enormen Ausdruckskraft, die sich zwischen eindrucksvoller Besinnlichkeit und mitreißender Dramatik bewegt, zu den Gipfelwerken ihrer Gattung. Sie wurde Karfreitag 1724 in der Leipziger Nikolaikirche zum ersten Mal aufgeführt.
Die Johannespassion war 1724 Bachs erste und höchstwahrscheinlich 1749/50 auch seine letzte Leipziger Karfreitagsmusik. Im Zeitraum dieses Vierteljahrhunderts hat er das Werk in mindestens vier teils stark voneinander abweichenden Fassungen dargeboten und somit lebenslang um eine gültige Version gerungen. Seit der Bachrenaissance des 19. Jahrhunderts lange im Schatten des zweichörigen Schwesterwerkes nach Matthäus stehend, hat sich Bachs «andere» Passion aufgrund ihrer musikalischen Qualität und ihres szenischen Potentials mittlerweile weltweit durchgesetzt und ist zu einem regelrechten Liebling der europäischen Kirchenmusik geworden.
Die um 1720 noch erregend neue Form der oratorischen Passion mit ihrer naturalistischen Affekt- und Figurenzeichnung passte hervorragend zum kämpferischen Evangelium des adlergleichen Johannes mit seinem steten Bemühen um eine Verherrlichung des Gottessohns. Christus ist hier kein duldender Schmerzensmann, sondern ein bis zum Ende leidenschaftlich für seine Sache streitender König, dessen beispielhaft abrollender Leidensweg heftige Emotionen und entschiedene Haltungen zwischen Scham, Mitleid, Protest und Hoffnung provoziert und freisetzt.
Dementsprechend ist auch Bachs Komposition von den Weltuntergangsklängen des Eingangschores bis zur strahlenden Finalsteigerung des Schlusschorals von einer durchweg hohen Präsenz und Intensität gekennzeichnet. Neben den sensibel instrumentierten Arien und der lebendigen Evangelienrezitation sind es gerade die ausgedehnten Chorsätze und insbesondere die Turba-Auftritte der verhetzten Menge, die für den packenden Realismus und die durchschlagende Wirkung der Passion verantwortlich zeichnen. Vor diesem Hintergrund eines grossen heilsgeschichtlichen Dramas wirken dann verinnerlichte Ruhepunkte und Klagegesänge wie das von der elegisch resonierenden Gambe begleitete «Es ist vollbracht» und das in fremdartig leuchtende Instrumentalfarben getauchte Sopransolo «Zerfliesse, mein Herze» besonders eindringlich – lassen sie doch deutlich werden, was für ein hoher Preis im freiwilligen Opfer beschlossen liegt und welch wüster Ort eine Welt ohne Trost und Liebe wäre. Auch die Johannespassion lebt dabei vom ruhigen Atem der Choräle, die wie der zentrale Satz «Durch dein Gefängnis, Gottes Sohn» immer wieder in die hitzige Handlung eingeschaltet sind und uns ebenso wie schon Bachs Zeitgenossen zum empathischen Nachdenken einladen.“
(copyright: Bachgesellschaft Schweiz)
Der kammerchor lohbrügge wird die Bachsche Johannespassion zusammen mit dem Hamburger Barockorchester und Gesangssolisten am Sonntag, dem 7. April um 18 Uhr in der Erlöserkirche erklingen lassen.
Karten zu 15 und 20 € sind im Vorverkauf ab 1. März in der Elefanten-Apotheke, der Buchhandlung Alte Holstenstraße, der Sachsentor-Buchhandlung und in den Kirchenbüros der Erlöser- und der Gnadenkirche, sowie an der Abendkasse erhältlich.