Musikalischer Gottesdienst am 3. Advent

Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern! So sei nun Lob gesungendem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein.Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.

Dem alle Engel dienen, wird nun ein Kind und Knecht.Gott selber ist erschienen zur Sühne für sein Recht.
Wer schuldig ist auf Erden, verhüll nicht mehr sein Haupt.Er soll errettet werden, wenn er dem Kinde glaubt.

Die Nacht ist schon im Schwinden, macht euch zum Stalle auf! Ihr sollt das Heil dort finden,das aller Zeiten Lauf
von Anfang an verkündet, seit eure Schuld geschah. Nun hat sich euch verbündet, den Gott selbst ausersah.

Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.

Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt.Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt.
Der sich den Erdkreis baute, der lässt den Sünder nicht.Wer hier dem Sohn vertraute,kommt dort aus dem Gericht.

Jochen Klepper

 

Musik zum dritten Advent von John Stainer, Samuel Scheidt und Romualds Jermaks

Samuel Scheidt (getauft 1587; † 1654 ebenda) war ein deutscher Organist und Komponist der Norddeutschen Orgelschule.
Scheidt wurde nach seiner ersten künstlerischen Ausbildung 1603 Hilfsorganist an der Moritzkirche in Halle (Saale). Durch Protektion war er in den Jahren 1607 bis 1609 Schüler des berühmten Jan Pieterszoon Sweelinck in Amsterdam.
Nach seiner Rückkehr 1609 berief ihn der Administrator des Erzstifts Magdeburg, Markgraf Christian Wilhelm von Brandenburg, als Hoforganist nach Halle. Dort arbeitete Scheidt 1614 bis 1616 mit Michael Praetorius zusammen, der im darauffolgenden Jahr am Hof in Halle Kapellmeister von Haus aus wurde. Seine Kenntnisse im Orgelbau, die ihn früh berühmt gemacht haben müssen, führten ihn 1618 nach Eisleben sowie 1619 zusammen mit Michael Praetorius, Heinrich Schütz und Johann Staden zu einer Orgelabnahme nach Bayreuth..

1624 verfasste Scheidt seine Tabulatura nova. Diese Sammlung von Werken für Clavierinstrumente (Orgel, Cembalo, Clavichord) stellt den ersten Tastenmusik-Druck in Deutschland dar, bei dem die Partiturnotation (Kombination aus Fünflinien-Systemen) Anwendung fand. Bereits 1620 hatte er die große Vokalsammlung der Cantiones sacrae veröffentlicht, an die sich bereits 1621 die Concertus sacri anschlossen. Es folgten 1621, 1622, 1625 und 1627 die Instrumentalsammlungen der sogenannten Ludi musici. Mit 40 Jahren heiratete Scheidt im Jahre 1627 Helena Magdalena Keller in der Kirche St. Petrus (Wörmlitz). Mit ihr hatte er sieben Kinder, von denen nach einer Pest-Epidemie im Jahre 1636 nur zwei überlebten.

Mit der Flucht seines Dienstherrn vor Wallensteins Truppen wurde Scheidt im Jahre 1628 arbeitslos. Deshalb schuf man noch im selben Jahr speziell für ihn das Amt des Director musices (Musikdirektor) für die drei großen Kirchen der Stadt Halle (Marktkirche Unser Lieben Frauen, St. Mauritius (Moritzkirche) und St. Ulrich). Wie es in der neueren Forschung gesehen wird, verlor Scheidt vermutlich durch die mögliche Rekatholisierung in Halle (:::) imJahre 1630 seine Stellung als Musikdirektor bei der Stadt. Seitdem war Scheidt wieder „bloßer Privatus“, der sich mit einer ganzen Reihe von Schülern und Gelegenheitsmusiken seinen Lebensunterhalt verdiente. Dennoch konnte er nach 1631 vier Bände mit geistlichen Konzerten veröffentlichen, allerdings nur reduzierte Fassungen von vielstimmigen Versionen, deren Druck unterbleiben musste und die verschollen sind. Er rechnete, wie sich aus den Vorworten der Drucke ergibt, mit den in seiner Zeit üblichen Einrichtungen für die jeweiligen Aufführungsbedingungen. 1644 ließ er 70 Symphonien drucken, die auch als Einschübe der geistlichen Konzerte gedacht waren. 1650 folgte als letztes Werk die sogenannte Görlitzer Tabulatur mit vierstimmigen Choralsätzen für die Praxis.(…) Er gehört zu den wichtigsten Komponisten des 17. Jahrhunderts. Sein Werk ist durch sowohl quantitativ als auch qualitativ gewichtige Beiträge im vokalen wie auch instrumentalen Bereich insgesamt sehr viel breiter als das seiner Zeitgenossen Heinrich Schütz und Johann Hermann Schein.(Quelle: Wikipedia) .

John Stainer

Sir John Stainer (* 6. Juni 1840 in Southwark, London; † 31. März 1901 in Verona) war ein englischer Organist (Kirchenmusiker) und Komponist.
Er sang als Knabe im Chor der St Paul’s Cathedral und wurde im Alter von 16 Jahren von Sir Frederick Ouseley als Organist am neu gegründeten St Michael’s College, Tenbury verpflichtet. Im Jahre 1860 wurde er Organist am Magdalen College, Oxford, im Jahre 1872 wechselte er an die Saint Paul’s Cathedral. Seine Tätigkeit als Chorerzieher und Organist setzte Maßstäbe für die Anglikanische Kirchenmusik, deren Einfluss bis heute zu spüren ist. Stainer war außerdem als Lehrer tätig, 1889 erhielt er eine Professur für Musik an der Oxford University und unternahm bahnbrechende Forschung im Bereich der Alten Musik.

Als Komponist brachte er ein umfangreiches Werk geistlicher Musik hervor, worunter seine Passionskantate The Crucifixion zu den bekanntesten gehört. Aus seiner Feder stammen ebenfalls zahlreiche, noch heute gesungene anglikanische Kirchenlieder.

(Quelle: Wikipedia)

Romualds Jermaks
Geboren: 10. Juni 1931 (Alter 94 Jahre), Šķaune parish, Lettland
Ausbildung: Lettische Musikakademie Jāzeps Vītols (1962), Jāzepa Mediņa Rīgas mūzikas vidusskola (1954–1957)